Kabel- und Mobilfunkanbieter wildern bei Festnetzanschlüssen

Telekom will mehr Geld für letzte Meile

23.01.2009 | Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Pfennigfuchser: Deutsche Telekom und Breko streiten um Kosten für die letzte Meile.

Die Deutsche Telekom verliert immer mehr Festnetzanschlüsse an Kabel- und Mobilfunkanbieter. Das bedeute erhöhte Kosten pro Anschluss, sagt das Unternehmen und will Mitbewerber in die Pflicht nehmen. Für die Überlassung einer Teilnehmeranschlussleitung (TAL) will die Telekom ab April knapp 23 Prozent mehr verlangen. Ein Antrag bei der Bundesnetzagentur wurde bereits gestellt.

Damit auch Mitbewerber faire Marktchancen haben, muss die Deutsche Telekom die letzte Meile zu angemessenen Preisen an diese vermieten. Aktuell beträgt der von der Bundesnetzagentur festgelegte Preis hierfür 10,50 Euro monatlich. Zuwenig, sagt der ehemalige Monopolist und hat jetzt bei der Regulierungsbehörde ein erhöhtes Entgelt beantragt.

Die bisherige Vereinbarung läuft Ende März aus. Danach will die Deutsche Telekom für ihre Amtsleitungen 12,90 Euro monatlich kassieren – das sind knapp 23 Prozent mehr als bisher; ein entsprechender Antrag wurde bereits an die Bundesnetzagentur weitergeleitet.

Begründung: Die Kosten pro Anschluss haben sich erhöht, da sich immer mehr Kunden für alternative Kabel- oder Mobilfunkanbieter entscheiden. Weitere von der Telekom vorgebrachte Argumente sind:

  • Kosten für einen sozialverträglichen Personalumbau
  • Kosten für Zinsen und Abschreibungen
  • Schwierigere Refinanzierungsmöglichkeiten durch die Finanzkrise

Zudem will der TK-Anbieter die Einnahmen in das Breitbandnetz investieren. Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) hält in einer Stellungnahme dagegen: »Die neue Forderung der Deutschen Telekom (DTAG) für die ‚letzte Meile‘ ist völlig aus der Luft gegriffen.« Schon das bislang gültige Entgelt liege deutlich unter den tatsächlichen Kosten der DTAG. Mitglieder des Vereins sind unter anderem Telefónica Deutschland oder der für E-Plus als Netzbetreiber fungierende Anbieter Alcatel-Lucent.

Breko-Geschäftsführer Rainer Lüddemann führt aus: »Die DTAG streut der Politik damit Sand in die Augen, indem sie das wichtige Gemeinwohlziel Breitbandausbau in der Fläche für eigene Ziele instrumentalisiert«. Der Breko fordert seinerseits eine TAL-Preisabsenkung. Diese werde Unternehmen erst in die Lage versetzen, in neue Netze zu investieren – glaubt Rainer Lüddemann.


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