Die Würfel für die Games Convention sind gefallen

Köln gewinnt die Spielemesse, Leipzig verliert

25.02.2008 | Redakteur: Harry Jacob

Die Industrie hat die Verlegung der Games Convention von der Pleiße an den Rhein durchgesetzt.

Auf Betreiben der Industrie und ihres Branchenverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) wird die Spielemesse ab 2009 nicht mehr in Leipzig, sondern in Köln stattfinden. Aus der Games Convention (GC) wird dann die Gamescom (GC).

Schon seit Wochen tobte hinter den Kulissen der Kampf um den künftigen Standort der Games Convention. Der Vertrag der Messe Leipzig mit dem ideellen Träger BIU läuft nach der Veranstaltung 2008 aus, und zahlreiche Wettbewerber der Leipziger Messegesellschaft hatten sich um das Projekt bemüht.

Gewonnen hat der Standort Köln. Da der Name »Games Convention« der Leipziger Messe gehört, musste ein neuer Titel für die Veranstaltung gefunden werden. Ab 2009 wird daher die »Gamescom« stattfinden, die sich praktischerweise ebenfalls mit GC abkürzen lässt.

Der BIU lobte den neuen Vertragspartner ausgiebig: »Mit Köln haben wir einen Standort gefunden, der unserem europäischen Anspruch gerecht wird. Die Koelnmesse hat die Mitgliedschaft mit einem professionellen Konzept überzeugt, verfügt über ein modernes Messegelände in einer der bevölkerungsreichsten Regionen Zentraleuropas und eine motivierte und professionelle Messemannschaft.« Außerdem seien die nationale und internationale Verkehrsanbindung deutlich besser, und die Hotelbettenkapazität biete ausreichend reserven. »Mit dem Standortwechsel sichern wir die Zukunft der deutschen Branchenmesse als europäische Leitveranstaltung«, kommentierte BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters die Entscheidung der BIU-Mitglieder. Es sei keine Entscheidung gegen Leipzig, sondern für Deutschland.

Für die Leipziger muss die Mitteilung des BIU dennoch wie eine schallende Ohrfeige wirken: »Die Branchenmesse in Leipzig wurde 2002 als regionale Veranstaltung gemeinsam von Industrie und Leipziger Messe etabliert«, heißt es da, und weiter: sie sei an ihre Wachstumsgrenzen gestoßen und habe im vergangenen Jahr nur noch ein Prozent Wachstum gezeigt. Laut FKM, der Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen, zählte die Games Convention 2007 sogar knapp 5.000 Besucher weniger als im Jahr zuvor.

Von einer »Regionalmesse« will man in Leipzig allerdings nichts wissen: »Die Games Convention ist eine international bekannte Marke«, betonte der Leipziger Messechef Wolfgang Marzin. »Als europäische Leitmesse ist sie das wichtigste Branchenereignis der europäischen Spiele-Industrie, und das bei jährlich wachsender internationaler Beteiligung. Keine andere Messe hat den Messestandort Deutschland in den vergangenen Jahren so schnell in einer Branche verankert wie die Games Convention«, stellte Marzin heraus. Gleichwohl müsse man die Entscheidung des BIU zur Kenntnis nehmen. Man stehe aber weiter als Messestandort, auch für neue Konzepte, der Spiele-Industrie zur Verfügung, wenn diese es wünsche.

Die Games Convention in Leipzig hatte mit ihrem Erfolg 2005 nach nur vier Jahren die Konkurrenzveranstaltungen ECTS und EGN in London plattgemacht. 2007 expandierte die Games Convention nach Asien. Im selben Jahr wurde die amerikanische Spielemesse E3 zu einer Fachbesuchermesse im kleinen Rahmen umgestaltet, unter anderem auf Betreiben des deutschen Spiele-Entwicklers Electronic Arts (EA), der die ausufernden Kosten – auch der Reisekosten – beklagte.

Nach Medienberichten soll auch bei der Verlegung der deutschen Spielemesse Electronic Arts eine der treibenden Kräfte gewesen sein. Das Thema Reisekosten dürfte sich nun erledigt haben – EA sitzt ebenfalls in Köln, in Sichtweite des Messeturms.


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