24.01.12 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Katrin Hofmann / Katrin Hofmann
Die Secondhand-Anbieter der IT-Branche verbünden sich: In der European IT-Recommerce Association wollen sie unter anderem für Aufklärung und Rahmenverträge mit den Herstellern sorgen. IT-BUSINESS sprach mit dem Vorstand über die Details.
Am Jahresanfang hat ein neuer Verband das Licht der Welt erblickt: Erstmals vertritt mit der European IT-Recommerce Association (kurz: Eureas) ein Zusammenschluss, der speziell die Interessen von Gebrauchtwaren-Anbietern aus dem IT-Segment in ganz Europa vertritt.
Es gibt zur Zeit neun Gründungsmitglieder. Eine Liste der ordentlichen Mitglieder und die Satzung soll in den nächsten Wochen auf der Website des Verbandes veröffentlicht werden, wie der Vorstandsvorsitzende Boris Vöge gegenüber IT-BUSINESS erläutert. Bis dahin soll auch die Eintragung des Verbandes als eingetragener Verein erfolgt sein.
Dieser widmet sich künftig den Anliegen von Gebrauchtsoftware-, Gebraucht-Hardware-Händlern, aber auch den Fragen von Nutzern. Darüber hinaus sollen auch weitere Unternehmen und Personen, die mit IT-Recommerce in Berührung kommen, wie Leasinggesellschaften, Rechtsanwälte oder IT-Beratungsunternehmen, in dem Verband eine Plattform für ihre Anliegen finden.
Ziele sind unter anderem die Vereinfachung und Anpassung des Urheberrechts an die heutigen sowie künftigen Gegebenheiten und Anforderungen der Informationsgesellschaft. Die Liberalisierung des Handels mit Used-Software in verkörperter (CD, OEM) aber auch unverkörperter Form (Volumen-Lizenzgeschäft) steht ebenso im Fokus der Arbeit wie Aufklärung, die Steigerung des Bekanntheitsgrad mit entsprechenden Veranstaltungen oder die Entwicklung von Standards für die Gebrauchtwaren-Anbieter. Der Verband will an der Schaffung verbindlicher Rechtssicherheit mitwirken, wozu die Mitglieder unter anderem Rahmenverträge mit Herstellern und Verwertungsgesellschaften abschließen wollen.
Der Vorstandsvorsitzende von Eureas Boris Vöge ist Vorstandsmitglied Vertrieb und Marketing des Unternehmens Preo Software Remarketing.
Zahlreiche Meldungen rund um den insolventen Gebrauchtsoftware-Anbieter Usedsoft (der Schweizer AG, kurz danach meldete auch die deutsche Usedsoft GmbH Insolvenz an) und die Verurteilung eines Käufers zu Schadenersatz-Zahlung hatten die Kunden von Secondhand-IT-Anbietern, beispielsweise U-S-C, verunsichert. „Die Turbulenzen um Usedsoft haben sicherlich am Markt die Sicht auf gebrauchte Software gefärbt, stellen aber nur einen kleinen Ausschnitt dar, der bei weitem nicht für den Gesamtmarkt zutrifft. Aufklärungsbedarf scheint uns insofern allemal gegeben zu sein“, so Boris Vöge.
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