29.11.2006 | Redakteur: Katharina Krieg
Das Interesse am Funkstandard Wimax ist deutlich abgekühlt. Da nur sechs Unternehmen zur Lizenz-Versteigerung antreten, ist eine Bieterschlacht wie die bei der Vergabe der UMTS-Frequenzen nicht zu erwarten.
Am 12. Dezember wird in den Räumen der Bundesnetzagentur in Mainz nicht viel los sein. Meldeten sich im Frühjahr noch mehr als 100 Unternehmen zur Versteigerung der Lizenzen für den Broadband Wireless Access (BWA), auch Wimax (Worldwide Interoperability for Microwave Access) genannt, ist das Interesse mit der Zeit deutlich erlahmt. Nun gehen lediglich noch sechs Bieter für die Lizenzen im relevanten Frequenzbereich zwischen 3,4 und 3,6 Gigahertz an den Start. Die Identität der drei Interessenten für regionale Lizenzen und der drei für bundesweite Lizenzen war lange ein Geheimnis.
Seit November ist zumindest klar: Die Telekom ist nicht darunter. Das Unternehmen teilte mit, Wimax sei technisch und wirtschaftlich keine Alternative zur leitungsgebundenen Technik. Außerdem habe man mit UMTS bereits eine Alternativtechnik im Haus. Auch sonst, so Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, sei kein großer Netzbetreiber, Mobilfunker oder Kabelanbieter unter den Interessenten.
Ein Provider sitzt bei der Versteigerung definitiv in der ersten Reihe: Die Heidelberger DBD (Deutsche Breitband Dienste). Schon seit Sommer 2005 ist das Unternehmen mit den regionalen Funk-DSL-Angeboten „Maxx on Air“ und „DSL on Air“ unter anderem in Dresden und Wuppertal im Rennen. DBD strebt nun die Ersteigerung der Lizenzen für alle Regionen an, um innerhalb von fünf Jahren eine flächendeckende DSL-Alternative zu etablieren. 2007 will das Unternehmen dann seinen Vertriebskanal ausbauen und Partner für die Vermarktung von Wimax gewinnen. „Das ist der Startschuss in eine neue Ära der Telekommunikation. Mit unseren bedeutenden Finanzmitteln werden wir die größte Wimax-Netzinfrastruktur Europas errichten“, verkündet DBD-Chef Fabio Zoffi.
Der Italiener geht mit einem dreistelligen Millionenbetrag an den Start. Kräftig unterstützt wird er vom Chipproduzenten Intel, der sich erhofft, die wimaxfähigen Endgeräte mit seinen Chips zu bestücken.
Ursprünglich hatte die Bundesnetzagentur die Lizenzen in 16 Regionen unterteilt. Nach Anhörung der Bieter wurde die Zahl auf 28 Regionen aufgestockt, in denen nun jeweils vier Frequenzbänder zur Versteigerung stehen. Die Mindestgebote reichen von rund 150 000 Euro für die Region Vorpommern bis hin zu knapp 1,8 Millionen Euro für die Region Köln / Düsseldorf. Wer wie die DBD auf eine bundesweite Lizenz bietet, muss mindestens 15 Millionen Euro einplanen.
Für regionale Anbieter ändert sich durch die Erweiterung auf 28 Regionen nicht viel, denn wer plant, ein Wimax-Netz lediglich in einer Stadt aufzubauen, muss trotzdem die Lizenz für die gesamte Region erwerben.
Auf einen Geldregen wie bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen kann die Bundesregierung nicht hoffen. Im Jahr 2000 konnte sich der Finanzminister über rund 50 Milliarden Euro freuen. Für die Wimax-Lizenzen hingegen dürften die Preise angesichts der niedrigen Bieterzahl nicht viel höher liegen als die jeweiligen Mindestgebote.
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