Cebit 2017

Die Welt mit Roboter-Augen sehen

| Redakteur: Ira Zahorsky

Auf der Cebit 2017 können Besucher per Virtual-Reality-Brille die Welt mit den Augen eines Roboters sehen.
Auf der Cebit 2017 können Besucher per Virtual-Reality-Brille die Welt mit den Augen eines Roboters sehen. (Bild: gemeinfrei)

Auf der Cebit 2017 zeigt die HTWK Leipzig per Virtual-Reality-Brille, wie Roboter die Welt sehen. Besucher können selbst in die Rolle eines Roboters schlüpfen.

Die Welt mit den Augen eines anderen Menschen zu sehen fällt vielen schwer, aber die Welt mit den Augen es Roboters wahrzunehmen klingt fast unmöglich. Doch Informatiker der HTKW Leipzig haben das Unmögliche möglich gemacht: Mit einer Virtual-Reality-Brille (VR-Brille) ist es nun dem Menschen möglich, die Welt mit den Augen eines Roboters zu sehen. Genauer gesagt können Besucher der Cebit 2017 vom 20. bis 24. März über eine VR-Brille durch die Augen des Nao-Fußballroboters „Gargamel“ schauen und durch Kopfbewegungen die Blickrichtung steuern. Die Software wurde von dem Informatik-Absolvent Marcel Göbe im Rahmen seiner Bachelorarbeit für das Nao-Team HTWK entwickelt, in welchem er gemeinsam mit aktuell 15 anderen Studierenden und Absolventen Robotern das Fußballspielen beibringt.

Mit VR-Brille schneller Programmierfehler finden

„Damit ein Roboter Fußball spielen kann, muss er unter anderem Spielfeld und Ball sicher erkennen und seine Gegner von seinen Mitspielern unterscheiden. Manchmal ist es uns rätselhaft, warum der Roboter den Ball nicht erkennt, selbst wenn er direkt vor ihm liegt, oder einen anderen Roboter umrennt. Über die VR-Brille können wir in den Roboter schlüpfen und so hoffentlich schneller die Ursachen für Programmierfehler finden“, erklärt Marcel Göbe. Doch auch jenseits des Roboterfußballs könnte die die Technologie zum Einsatz kommen. Informatik-Professor Klaus Bastian erklärt: „Ein großer Teil der Robotik beschäftigt sich aktuell damit, wie Roboter im medizinischen und therapeutischen Kontext eingesetzt werden können. Die Nao-Roboter wurden beispielsweise schon in der Demenz- und Autismus-Therapie sowie im Schulunterricht getestet. Ein Psychotherapeut könnte in Zukunft über die VR-Brille den Roboter steuern, ohne dafür vor Ort zu sein.“ Für wen eine solche Therapieform geeignet sein könnte, müssen Psychologen und Mediziner noch erforschen.

Herausforderung im Nao-Fußball

Beim Nao-Fußball besteht die Herausforderung nicht im Bau der Roboter, sondern in deren Programmierung. Jedes Jahr treten Hochschulteams aus aller Welt beim RoboCup, der Weltmeisterschaft im Roboterfußball, in verschiedenen Ligen gegeneinander an. Zwischen den Meisterschaften arbeiten die menschlichen Teammitglieder kontinuierlich an der Optimierung der Software der Roboter. Denn, so das erklärte Ziel des Roboterfußballs: Bis 2050 soll ein Fußballroboterteam den amtieren menschlichen Weltmeister besiegen.

Cebit: Halle 6, STand B24

Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Partnerportal Elektrotechnik. Verantwortliche Redakteurin: Sariana Kunze.

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