Lünendonk-Analyse

Die Top IT-Beratungsunternehmen in Deutschland

| Autor: Heidemarie Schuster

Die mittelständischen IT-Beratungs-Unternehmen toppen die Wachstumsrate des gesamten Marktes.
Die mittelständischen IT-Beratungs-Unternehmen toppen die Wachstumsrate des gesamten Marktes. (Bild: Pixabay)

Laut einer Lünendonk-Analyse haben die 20 analysierten Mittelstandsanbieter im Jahr 2016 eine um knapp vier Prozent höhere Wachstumsrate erzielt als der gesamte IT-Beratungsmarkt. Zudem werden auch weiterhin zweistellige Steigerungsraten erwartet.

Die mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen haben die Nase vorn. Mit einer Gesamtumsatzsteigerung von durchschnittlich 13 Prozent haben die analysierten 20 Mittelstandsanbieter im Jahr 2016 eine um knapp vier Prozentpunkte höhere Wachstumsrate erzielt als der gesamte IT-Beratungsmarkt, dessen Wachstum bei 9,3 Prozent lag. Für 2017 erwarten die Unternehmen mit 12,3 Prozent einen nur geringfügig niedrigeren Steigerungswert. In absoluten Zahlen erwirtschafteten die Top 20 einen Gesamtumsatz von 3,04 Milliarden Euro gegenüber 2,69 Milliarden Euro im Jahr 2015.

Sieben Unternehmen mit dreistelligen Millionenumsätzen

Angeführt wird das Lünendonk-Ranking der deutschen mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen von Allgeier. Das Münchener Unternehmen steigerte 2016 seinen Gesamtumsatz auf 497,5 Millionen Euro (2015: 445,7 Mio. Euro). Den zweiten Platz eroberte sich GFT Technologies SE mit 422,6 Millionen Euro (2015: 373,5 Mio. Euro), während ein Umsatz von 327,0 Millionen Euro der SQS Software Quality Systems AG auf den dritten Rang verhalf (2015: 320 Mio. Euro). Mit ESG, Adesso, Materna und Senacor folgen auf den Plätzen vier bis sieben weitere Unternehmen mit dreistelligen Millionenumsätzen.

Ab Platz acht der Sonderanalyse sind die mittelständischen IT-Beratungen gelistet, deren Gesamtumsätze im zweistelligen Millionenbereich liegen. Dabei reicht die Spanne von 92,0 Millionen Euro der Hamburger Cora Gruppe bis zu von Opitz Consulting gemeldeten 49,7 Millionen Euro.

Dabei konnte die Hälfte der analysierten IT-Mittelständler eine Gesamtumsatzveränderung von über zehn bis zu 20 Prozent verbuchen. Aber es gab auch drei Ausreißer. Lag der durchschnittliche Steigerungswert für alle 20 Unternehmen bei 13 Prozent, haben Exxeta mit 76 Prozent, BridgingIT mit 54 Prozent und SNP mit 43 Prozent ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr deutlich überproportional gesteigert.

Auswirkungen des digitalen Wandels

Angesichts der guten Ergebnisse blicken die mittelständischen IT-Beratungen weiterhin positiv in die Zukunft. Nach 12,3 Prozent im laufenden Jahr pendeln sich die Umsatzprognosen für 2018 bei 11,1 Prozent und in den Jahren 2019 bis 2021 bei 11,5 Prozent ein. So erwarten die Unternehmen hohe Investitionen vor allem in die Themen Data Analytics und den Aufbau von Plattformen für Entwicklung und Betrieb digitaler Geschäftsmodelle, wie IoT, Mobile Payment und Industrie 4.0. „Aber auch IT-Security, Automatisierung von Prozessen oder die Integration digitaler Lösungen in die bestehenden IT-Systeme werden als Umsatztreiber gesehen“, so Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk.

Auf den digitalen Wandel im eigenen Unternehmen wollen sich die Befragten mit unterschiedlichen Maßnahmen einstellen. Durchgehend alle mittelständischen IT-Beratungen sehen den Aufbau neuer Skills und qualifizierter Mitarbeiter als ihre wichtigste Aufgabe an. Die Schulung agiler Entwicklungsmethoden nimmt mit 88 Prozent einen fast ebenso hohen Stellenwert ein wie der Aufbau von Branchen- und Fachkompetenz zur Abwicklung digitaler Geschäftsmodelle (82 Przent).

„Die Digitale Transformation ist nicht nur eine große Herausforderung für die Anwenderunternehmen“, sagt Zillmann. „Auch für die IT-Dienstleister gilt es, bestehende Prozesse und Organisationsstrukturen zu hinterfragen und anzupassen, um mit der Geschwindigkeit der Digitalen Transformation und den großen Beratungs- und IT-Konzernen Schritt halten zu können.“

Details zur Lünendonk-Sonderanalyse

Die Sonderanalyse über die 20 führenden deutschen mittelständischen Unternehmen im IT-Beratungsmarkt führte das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder im Rahmen der ab Ende August verfügbaren aktuellen Lünendonk-Studie „Führende IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ und zusätzlich zur Lünendonk-Liste „Die 25 führenden IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland“ durch.

In der Analyse zum IT-Mittelstand werden die zwanzig umsatzstärksten Unternehmen gelistet, die mehr als 60 Prozent ihrer Umsätze mit IT-Beratung, Standard-Software-Einführung, Individual-Software-Entwicklung und Systemintegration erwirtschaften, ihren Hauptsitz beziehungsweise die Mehrheit ihres Grund- und Stammkapitals in Deutschland haben, keinem Konzern angehören und jeweils unter 500 Millionen Euro Umsatz erzielen.

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