Chancen und Risiken aufstrebender Technologien

Die Informationstechnik von morgen

| Autor / Redakteur: Dirk Pfefferle, Elke Witmer-Goßner / Elke Witmer-Goßner

KI und Robotik bringen zwar die größten potenziellen Vorteile, aber auch das größte gesellschaftliche Risiko und damit den größten Bedarf an besserer Regulierung.
KI und Robotik bringen zwar die größten potenziellen Vorteile, aber auch das größte gesellschaftliche Risiko und damit den größten Bedarf an besserer Regulierung. (Bild: WEF The Global Risks Report 2017)

Wirtschaftliche Ungleichheit, gesellschaftliche Polarisierung und zunehmende Umweltgefahren werden den größten Einfluss auf die globalen Entwicklungen der kommenden zehn Jahre haben – zu diesem Schluss kommt der Global Risks Report 2017 des Weltwirtschaftsforums. Aber auch die aufstrebenden Technologien bergen neue Risiken, stellt das World Economic Forum fest.

Für die diesjährige, jährlich durchgeführte Befragung beurteilten etwa 750 Fachleute 30 globale Risiken sowie 13 zugrunde liegende Trends, die sie verstärken oder ihr Zusammenspiel verändern könnten. Vor dem Hintergrund wachsender politischer Unzufriedenheit und Zerrüttung rund um den Globus haben sich drei zentrale Ergebnisse der Befragung herauskristallisiert. Neben wachsender Einkommens- und Wohlstandsunterschiede sowie zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung werden Umweltrisiken wie extreme Wetterereignisse im Zuge des Klimawandels die Weltentwicklung nachhaltig beeinflussen.

Die globalen Risiken der vierten industriellen Revolution

Die zwölf Schlüsseltechnolgien, die laut WEF Global Risks Report 2017 nachhaltig Einfluss nehmen auf die weltweite wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung.
Die zwölf Schlüsseltechnolgien, die laut WEF Global Risks Report 2017 nachhaltig Einfluss nehmen auf die weltweite wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. (Bild: WEF The Global Risks Report 2017)

Außerdem zeichnet sich ab, dass die Gesellschaft nicht mit dem technologischen Wandel Schritt halten kann und wird. Von den zwölf neuen Technologien, die im Bericht beurteilt wurden (siehe Abbildung), können aus Sicht der Fachleute Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik die größten potenziellen Vorteile bringen; hier besteht aber auch das größte Risiko für negative Auswirkungen. Auch wenn sie dazu beitragen können, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und komplexe Herausforderungen zu bewältigen, bergen sie aus Sicht der Fachleute von den zwölf betrachteten Technologien auch das größte wirtschaftliche, geopolitische und technologische Risikopotenzial. Damit steigt aber auch der Bedarf an besserer Regulierung, wie John Drzik, President Global Risk & Specialties beim WEF, betont: „Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, dramatische Vorteile in Bereichen wie Fertigung und Transport bis hin zu Finanzdienstleistungen und der Gesundheitsversorgung zu liefern. Die zunehmende Abhängigkeit von KI wird allerdings neue Gefahren schaffen und bestehende wie Cyber und soziale Instabilität verstärken, was die parallele Entwicklung der Risiko-Governance ebenso entscheidend macht.“ (Den ausführlichen Report finden Sie am Ende des Artikels zum Download)

Kommentar zu den Einschätzungen des World Economic Forum

Dirk Pfefferle, Area Vice President Central and Eastern Europe sowie Geschäftsführer der Citrix Systems GmbH, pflichtet den Einschätzungen des Weltwirtschaftsforums bei:

Dirk Pfefferle, Citrix Systems GmbH.
Dirk Pfefferle, Citrix Systems GmbH. (Bild: Wolf-Bild/Citrix)

„Dass neue Entwicklungen auch immer neue Risiken mit sich bringen, ist allseits bekannt. Der aktuelle WEF Global Risks Report 2017 ordnet neue Technologien, wie zum Beispiel rasant expandierende Sensorennetzwerke (IoT) oder künstliche Intelligenz, in ein Cluster ein, das sowohl die Vorteile der jeweiligen Technologie als auch mögliche negative Konsequenzen betrachtet. Neben Angriffs- oder Ausfallgefahren bestehen laut WEF nämlich auch nicht zu verachtende ethische und gesellschaftliche Risiken. Dennoch schneiden „Neue Computer Technologien“ insgesamt gut ab, da sich ihre möglichen negativen Auswirkungen im Mittelfeld bewegen, während ihre Vorteile eindeutig im oberen Bereich der Skala anzuordnen sind. Der Einschätzung des WEF kann ich mich definitiv anschließen. Experten sind sich nämlich einig, dass die Produktivität diverser Job-Gruppen – wie die von Fabrikarbeitern, Analysten, Buchhaltern oder sogar Pflegedienstleistern – durch technologische Fortschritte gefördert wird. Unternehmen, die als Schnittstelle zwischen Mitarbeitern und Technologie fungieren, können dem Management hier behilflich sein und eine technologisch innovative Infrastruktur aufbauen, die Mitarbeiter optimal unterstützt und Fortschritt fördert.

Doch wie beugt man den Risiken vor und profitiert von besagten Vorteilen? Für ein technologisch erfolgreiches Jahr 2017 sollten sich IT-Entscheider meiner Meinung nach auf die folgenden drei Faktoren konzentrieren: IT-Sicherheit, Cloud und Mobilität. Denn umfassende Vernetzungen müssen zuallererst eines gewährleisten: Sicherheit. Längst vernetzt jedes Unternehmen weit mehr als nur die eigenen Endpunkte, weshalb das Wort „Unternehmensnetzwerk“ aus meiner Sicht eine Fiktion beschreibt. Akteure der Lieferkette haben Zugriff auf Anwendungen und auch Kunden und Partner arbeiten effizient mit immer mehr Geräten über dieselben Systeme zusammen. Kompromittierte Daten oder Hintertüren im Netzwerk gefährden den Erfolg des gesamten Projekts.

Weiterhin gehört ein Cloud-Ansatz zu den Grundbausteinen einer zukunftssicheren IT-Architektur, da die Geschwindigkeit immer weiter zunimmt. Einen Großteil der Anwendungen muss man schon heute als intelligent bezeichnen, da sie nicht nur Analysen der Ausgangslage, sondern auch Vorhersagen oder gar Empfehlungen liefern. In immer kürzeren Frequenzen geben Anbieter von HR-, Finance-, Marketing- oder anderen Business-Anwendungen Updates über die Cloud heraus. Wer heute noch auf On-Premise-Lösungen setzt, dürfte sehr viel Arbeit damit haben, den Überblick zu behalten und immer up-to-date zu bleiben.

Trotz aller Technik darf jedoch auch der Mensch nicht zu kurz kommen. Mobile Endgeräte versetzen uns heute in die Lage, überall arbeiten zu können – und damit meine ich nicht zwangsweise Home-Office-Arbeit, sondern die Möglichkeit, wieder direkter mit anderen Menschen zusammenzukommen: Ein Tag im Büro des Kunden oder die Zugfahrt in die nächstgelegene Geschäftsniederlassung ist kein Problem, wenn mich mein Arbeitsplatz überall hinbegleitet. IT-Verantwortliche haben also auch die zentrale Aufgabe, jedem einzelnen Mitarbeiter einen sicheren Zugang zu ihren Anwendungen und Daten bereitzustellen – unabhängig davon, wo sie sich aufhalten und mit welchem Endgerät sie unterwegs sind.

Bisher lässt sich nicht sagen, welche der vom WEF genannten Technologien noch dieses Jahr auf den Markt gehen werden. Dennoch kann es nicht schaden, die eigene Infrastruktur schon jetzt so zu gestalten, dass sie größtmögliche Flexibilität bei höchstmöglicher Sicherheit bietet. Wenn wir uns heute um diesen wichtigen Punkt kümmern, haben wir morgen den Kopf frei, unerwartete Herausforderungen in Angriff zu nehmen.“

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