IT-Mittelstandsbarometer von BITMi

Die Digitalisierung in Deutschland

| Autor: Heidemarie Schuster

Die Vernetzung ist der neue Schwerpunkt im IT-Mittelstand.
Die Vernetzung ist der neue Schwerpunkt im IT-Mittelstand. (Bild: www.pixabay.com)

Nach einer Umfrage des Bundesverbands-IT-Mittelstand (BITMi) erwartet der IT-Mittelstand ein positives Jahr 2016. Die Umfrageergebnisse zeigen ferner einen neuen Schwerpunkt: die Vernetzung.

Viele Wege führen in die Digitalisierung – auch für den deutschen Mittelstand. Die Lösungen für eine erfolgreiche digitale Transformation sind so individuell wie die Unternehmen selbst.

Als entscheidenden Wegbegleiter der Digitalisierung des Mittelstandes hat der BITMi IT-Unternehmen befragt. Diese haben im Rahmen des IT-Mittelstandsbarometers ihre Einschätzung zur wirtschaftlichen Entwicklung und zu nötigen Maßnahmen zur Förderung der Digitalisierung preisgegeben.

„Die Bewertung des IT-Mittelstands zum aktuellen Stand der digitalen Transformation in Deutschland ist ein wichtiger Gradmesser für unseren Fortschritt“, erklärt Dr. Oliver Grün, Präsident des BITMi. „Die IT ist das Zukunftsfundament unserer Wirtschaft. Doch gerade der Mittelstand, das Herzstück der deutschen Wirtschaft, tut sich mit einer wirklichen digitalen Transformation noch schwer. Mittelständische IT-Unternehmen, bei denen der anwendende Mittelstand hauptsächlich Kunde ist, können diesem auf Augenhöhe und mit bedarfsorientierten Lösungen in die Digitalisierung verhelfen.“

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Positive Erwartungen für 2016

Während bereits die Hälfte der Befragten angaben, die wirtschaftliche Situation im letzten Jahr habe sich verbessert, erwarten für das laufende Jahr sogar 60 Prozent eine weitere Steigerung. Im Detail gefragt, gehen fast 70 Prozent der Teilnehmer davon aus, dass die Umsätze steigen werden. Über die Hälfte der Befragten glauben, dass die Ausgaben für Investitionen ebenfalls steigen. Zu dem Umsatzwachstum erwarten über 70 Prozent der Befragten steigende Mitarbeiterzahlen und fast die Hälfte auch steigende Zahlen bei den Auszubildenden.

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Schwerpunkt Vernetzung

Der deutsche IT-Mittelstand hat dem BITMi zufolge erkannt, dass vor allem eine verstärkte Vernetzung das Gegenmodell zum dominierenden Silicon Valley und der internationalen Konkurrenz darstellen kann. So stimmen nur knapp sechs Prozent der befragten IT-Unternehmer der Aussage zu, das Silicon Valley biete deutschen IT-Mittelständlern genügend Innovationsmöglichkeiten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, vor allem des vorhandenen Risikokapitals in den USA und Deutschland, sind den befragten Unternehmen bewusst.

So geben über die Hälfte der Teilnehmer an, das Innovationspotenzial müsse verstärkt durch Kooperationen genutzt werden, da das Wachstumskapital auf dem Markt zu knapp sei. Weitere 36 Prozent stimmen dieser Aussage eingeschränkt zu. Dazu kommt, dass die strategische Innovationsentwicklung für den IT-Mittelstand eine besondere Herausforderung darstellt, da das operative Geschäft einen Großteil der Ressourcen belegt. Dieser Einschätzung stimmen über 60 Prozent der Befragten vollständig zu.

Im Umkehrschluss empfinden nur knapp drei Prozent der Teilnehmer weitere Maßnahmen zur Innovationsförderung als unnötig, da sich der deutsche IT-Mittelstand ihrer Einschätzung nach mit seinen erfolgreichen Geschäftsmodellen am Markt behaupten könne.

„Wir fühlen uns von dieser Einschätzung bestätigt. Der Großteil erkannt hat, dass ein dringender Handlungsbedarf besteht und wir uns nicht auf alten Erfolgsmodellen ausruhen dürfen. Auch eine bloße Kopie des Silicon Valley kann aufgrund der völlig unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Mentalitäten nicht die Lösung sein“, so Grün.

Deutschland und das Silicon Valley

Für den BITMi lautet die Antwort auf das dominierende Modell Amerikas eine engere Vernetzung des IT-Mittelstandes. Diese Einschätzung teilt ein Großteil der Studienteilnehmer: So begrüßen es fast 90 Prozent der Teilnehmer, wenn Innovationscluster für den unabhängigen IT-Mittelstand ohne die Beteiligung von IT-Konzernen gefördert würden. 57 Prozent der Befragten glauben zudem, dass die engere Vernetzung kleiner und mittelständischer Unternehmen Synergien bewirken kann. So begrüßt auch über die Hälfte der mittelständischen IT-Unternehmen die Schaffung von Möglichkeiten für ein vertieftes Matching mit anderen Unternehmen zur Bildung von Wertschöpfungspartnerschaften, beispielsweise für öffentliche Ausschreibungen.

Die Unterstützung solcher Kooperationen durch die Bereitstellung von IT-Infrastruktur oder Plattformen zur gemeinsamen Nutzung der Kooperationspartner wird von 45 Prozent sehr positiv gesehen, weitere 43 Prozent sehen dies nur eher positiv. Eine ähnliche Verteilung findet sich auch bei der Zustimmung zu einer Unterstützung beim zeitlich begrenzten Aufbau von Technologie-Kooperationen.

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