CeBIT 2015: Intercloud-Partnerschaft

Deutsche Telekom hostet Cisco-Cloud

| Redakteur: Michael Hase

Im Rechenzentrum in Biere bei Magdeburg betreibt die Deutsche Telekom einen Intercloud-Knoten, über den künftig Cisco-Services bereitgestellt werden.
Im Rechenzentrum in Biere bei Magdeburg betreibt die Deutsche Telekom einen Intercloud-Knoten, über den künftig Cisco-Services bereitgestellt werden. (Bild: Deutsche Telekom)

Die Deutsche Telekom stellt in ihren Rechenzentren künftig Cloud-Services im Namen von Cisco bereit. Beide Unternehmen kündigten die Angebote, die sich an Geschäftskunden jeder Größe richten, auf der CeBIT an.

Die Deutsche Telekom und Cisco dehnen ihre langjährige strategische Partnerschaft auf das Cloud-Geschäft aus. Gemeinsam haben die Unternehmen auf der CeBIT eine Reihe von Services angekündigt, die auf dem Intercloud-Konzept des Netzwerkherstellers basieren. Die Angebote richten sich an gewerbliche Endkunden jeder Größe. Bereits im September 2014 hatten die beiden Branchenriesen bekanntgegeben, dass sie im Rahmen der Intercloud-Strategie, die Cisco erstmals im März 2014 vorstellte, zusammenarbeiten würden.

Die Deutsche Telekom (siehe auch weiteren Artikel) errichtet derzeit in ihren Rechenzentren in Magdeburg und im etwa 20 Kilometer entfernten Biere einen redundanten Intercloud-Knoten. Auf dieser Infrastruktur stellt der Konzern künftig Services, die in puncto Sicherheit den deutschen Datenschutzstandards entsprechen sollen, für Kunden in ganz Europa bereit. Im ersten Schritt baut der Provider nach Architekturvorgaben von Cisco eine Cloud-Plattform auf, über die Computing- und Storage-Ressourcen als Service (Infrastructure as a Service, IaaS) angeboten werden.

Die Plattform, die auf der Open-Source-Architektur Open Stack basiert, verfügt über standardisierte Schnittstellen und Bibliotheken für anwendungsorientierte Richtlinien. Diese Infrastruktur soll es Kunden erlauben, virtualisierte Workloads unabhängig vom darunterliegenden Hypervisor frei zwischen unterschiedlichen Clouds zu bewegen. Dazu gehören Private Clouds von Unternehmen, Virtual Private Clouds der Deutschen Telekom und Public Clouds verschiedener Anbieter.

Mehr Ressourcen als AWS

Offene Schnittstellen und Hypervisor-Unabhängigkeit zählen zu den Grundprinzipien des Cloud-Ansatzes von Cisco, wie Robert Lloyd, President Development und Sales bei Cisco, bei der Ankündigung der Kooperation ausführte. „In der Cloud wollen Kunden nicht auf der Insel eines Anbieters eingeschlossen sein, sondern sie wollen Offenheit und Wahlfreiheit.“ Darüber hinaus soll die Bereitstellung von Services durch einen nationalen Provider wie die Deutsche Telekom verhindern, dass die Datenhoheit im europäischen Rechtsraum durch US-Behörden ausgehebelt wird.

Anders als Amazon, Google oder IBM baut Cisco im Cloud-Geschäft kein weltumspannendes Netz eigener Rechenzentren auf, sondern setzt auf die Zusammenarbeit mit Partnern. Dem Intercloud-Ökosystem gehören derzeit mehr als 60 Provider mit 350 Rechenzentren in 50 Ländern an. „Innerhalb von neun Monaten haben wir mehr Cloud-Ressourcen geschaffen als Amazon Web Services (AWS) in den ersten neun Jahren“, resümierte Lloyd auf der CeBIT. Sämtliche Intercloud-Datacenter basieren auf einem einheitlichen Infrastruktur-Stack und dem gleichen Betriebskonzept. „Unser Modell lässt sich mit einem Verbund von Fluggesellschaften wie der Star Alliance vergleichen, die den Kunden aufeinander abgestimmte Flüge, einheitliche Tickets und gemeinsame Lounges anbietet.“

IaaS, Paas und SaaS

Neben IaaS wird sich die Telekom künftig auch den beiden anderen Cloud-Spielarten Platform und Software as a Service (PaaS und SaaS) widmen und sukzessive weitere Angebote auf den Markt bringen. Software-Dienste werden sowohl von Cisco stammen – geplant sind unter anderem die Hosted Collaboration Solution (HCS), das Netzwerk-Management-System Meraki und der Collaboration-Dienst WebEx – als auch von strategischen Software-Partnern.

Erst wenige Tage vor der CeBIT hatte Cisco bekannt gegeben, dass 14 weitere Service Provider dem Intercloud-Ökosystem beigetreten waren. Zu den neuen Partnern zählt der deutsche Dienstleister Freudenberg IT, der SAP Hana auf einer Cisco-Infrastruktur als Service bereitstellt.

Darüber hinaus intensiviert der Netzwerkriese seine Datacenter-Partnerschaft mit Microsoft. Die künftige Zusammenarbeit richtet sich auf eine neue Cloud-Architektur, durch die sich für Provider die Bereitstellung von Services auf Basis des Intercloud-Modells vereinfachen und beschleunigen soll. Kernelemente der gemeinsamen Technologie-Plattform sind das Windows Azure Pack von Microsoft und die Application Centric Infrastructure (ACI) von Cisco.

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