YouGov-Studie

Deutsche haben Angst vor Cyber-Attacken

| Autor: Sarah Böttcher

Cyber-Angriffe betreffen nicht nur Unternehmen. Verbraucher fühlen sich verunsichert und alleingelassen.
Cyber-Angriffe betreffen nicht nur Unternehmen. Verbraucher fühlen sich verunsichert und alleingelassen. (Bild: ©Nomad_Soul - stock.adobe.com)

Nicht nur auf der Seite der Unternehmen herrscht große Verunsicherung durch aktuelle Cyber-Angriffe. Auch Verbraucher sind besorgt und fühlen sich mit ihren Ängsten alleingelassen, so die Studienergebnisse des Marktforschungsunternehmens YouGov.

Cyber-Attacken wie „Wannacry“ und „Petya“ sind in aller Munde. Diese Angriffe sind kein Einzelfall. Immer wieder werden Unternehmen Opfer von Hacker-Angriffen. Neben der Schädigung des Unternehmens, kommt auch die Öffentlichkeit nicht unbeschadet davon.

Laut der YouGov-Studie „Vorsicht Hacker“, fühlen sich viele Bürger stark verunsichert. Zudem stellen sich viele die Frage, wie sie nach einer Cyber-Attacke auf ein Unternehmen, bei dem sie Kunde sind, reagieren sollen.

Nur jeder Fünfte fühlt sich über die Folgen von Cyber-Attacken auf Unternehmen und deren Auswirkungen auf Kunden grundsätzlich gut informiert, so das Marktforschungsunternehmen. Viele haben außerdem den Eindruck, dass es immer neue Attacken, aber keine sinnvollen Gegenmaßnahmen gibt. „Genau an dieser Stelle können geschickt kommunizierende Unternehmen ansetzen, Kompetenz demonstrieren und Vertrauen schaffen“, rät Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei YouGov. Mit direkter Kommunikation sollen sie dafür sorgen, dass Kunden weiter Kunden bleiben und nicht zur Konkurrenz wechseln.

Tipps erwünscht

Am häufigsten (49 Prozent) wünschen sich die Deutschen von Unternehmen Tipps zum zusätzlichen Selbstschutz, gefolgt von Updates über Sicherheitsmaßnahmen (43 Prozent) und Informationen über entstandene Schäden im Ernstfall (42 Prozent).

Die Deutschen haben dabei mehr Angst vor Datendiebstahl (80 Prozent) als vor finanziellen Schäden (55 Prozent). Zwar hat der Studie zufolge nur jeder Vierte mitbekommen, wie ein Unternehmen, bei dem er oder sie selbst Kunde ist, Opfer von Cyber-Kriminalität geworden ist. Allerdings sind genau diese Kunden dann besonders verunsichert: So gaben 55 Prozent von ihnen an, dass sich das Vertrauen in Unternehmen bei häufigen Attacken verringert. 38 Prozent könnten sich eher vorstellen, infolge von Cyber-Attacken die Marke oder das Produkt zu wechseln.

Aus dem Report geht zudem hervor, dass die Deutschen zwar auch medial über Cyber-Risiken informiert werden wollen – aber in erster Linie direkt von den Branchen, Unternehmen und Einrichtungen klare Ansagen erwarten. 45 Prozent erklärten, dass sie künftig mehr Informationen von der Regierung und Regierungsorganisationen erwarten. Ebenfalls mehr Auskunft geben sollen Internet- und Telekommunikationsanbieter (44 Prozent) gefolgt von Banken (41 Prozent) sowie E-Mail- und anderen Service-Anbietern (33 Prozent).

Mehr Kommunikation

Bei der Kommunikation müssen aber immer auch die Besonderheiten spezieller Kundengruppen beachtet werden. Für ein besonders kritisches Risiko bei Cyber-Attacken auf Unternehmen halten 85 Prozent der Windows-Nutzer Datendiebstahl und 66 Prozent der Telekom-Kunden den Ausfall der Infrastruktur. 36 Prozent der Direktbankkunden würden infolge von Cyber-Attacken eher das Unternehmen beziehungsweise die Marke wechseln. 31 Prozent der Facebook-Nutzer wünschen sich mehr Informationen zu Cyber-Attacken von sozialen Netzwerken.

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