Ulrich Terrahe über Future Thinking

Datacenter-Event adressiert verstärkt den Mittelstand

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Die Kongressmesse future thinking 2016 findet am 19. bis 20. April in Darmstadt statt.
Die Kongressmesse future thinking 2016 findet am 19. bis 20. April in Darmstadt statt. (Bild: dc-ce RZ-Beratung)

Die Darmstädter Kongressmesse „Future Thinking“ prägt in diesem Jahr die Ausrichtung auf Themen für Planer und Leiter von Rechenzentren aus mittelständischen Unternehmen. Ulrich Terrahe, Geschäftsführer der DC-CE RZ-Beratung und Initiator der Veranstaltung, erläutert die Gründe.

Die Kongressmesse Future Thinking 2016, die am 19. und 20. April in Darmstadt stattfinden wird, gestaltet sich anderes als ihre sechs Vorgänger-Events. Was macht den Unterschied aus?

In den vergangenen Jahren haben wir immer stärker eine Zielgruppe angesprochen, die ein Rechenzentrum als Kerngeschäft betreibt. Das war für Besucher aus der riesigen Gruppe der mittelständischen Anwender zu spezifisch.

Also gibt es jetzt eine Zweiteilung. Der erste Tag wird ein Branchentag für die Interessenten an High-end-Themen. Der zweite Tag wird ein Mittelstandstag. Dort sind bewusst diejenigen angesprochen, die das Rechenzentrum managen, um damit das Kerngeschäft eines Unternehmens zu unterstützen.

Wie schlägt sich das im Programm nieder?

Am ersten Tag stehen Zukunftstechnologien für Rechenzentren auf dem Programm. Am zweiten Tag werden solche RZ-Themen auf die Belange des Mittelstandes heruntergebrochen. Es soll inhaltlich um weniger große Rechenzentren und deren Komplexität gehen. Wir gehen auf kleinere RZs ein, bringen mehr Basisinformationen. Damit richten wir uns an Betreiber kleinerer RZs und deren Ansprüche.

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Welche Vorträge würden Sie besonders hervorheben?

Spannend wird am Branchentag sicher das Forum „Der blaue Engel“, den das Umweltbundesamt leitet. Wir sind durchaus stolz, dass diese Behörde die Plattform Future Thinking nutzt, um dieses Thema zu platzieren. Auch wird der Rückblick auf 18 Jahre Rechenzentrumsgeschichte mit Sicherheit spannend. Beim Mittelstandstag dürfte der Vortragsblock über Cloud-Anwendungen im Mittelstand auf viel Interesse stoßen.

Es fällt auf, dass die Zahl der Vorträge abgenommen hat.

Im letzten Jahr hatten wir bis zu sieben parallele Veranstaltungen. Das war etlichen Besuchern zu viel, interessierende Themen gibt es genug. Davon hat man aber nichts, wenn sie zeitgleich laufen. Und es lenkt von einem Aspekt von Future Thinking ab, der nicht zu unterschätzen ist.

Und der wäre?

Ulrich Terrahe, Initiator der future thinking
Ulrich Terrahe, Initiator der future thinking (Bild: dc-ce RZ-Beratung)

Das Networking von Spezialisten und Anwendern. Traditionell ist die abendliche Gala, bei der der Deutschen Rechenzentrumspreis verliehen wird, ein Rahmen dafür. Jetzt haben wir auch die Pausen zwischen den Vorträgen verlängert, um mehr Zeit für Networking und Besichtigung der Ausstellung einzuräumen.

Future Thinking soll ein Marktplatz und Networking-Forum rund ums Thema Rechenzentrum sein. Ein Kongress mit praxisnahe Themen, eine Ausstellung und die Möglichkeit, mit Fachleuten intensiver zu sprechen, Produktkenntnisse zu bekommen, diese Mischung hat Erfolg.

Wird die Ausstellung die Orientierung auf Mittelstand widerspiegeln?

Wir haben den Mittelstandstag mit den Ausstellern besprochen. Bei dem Thema unterstützt uns die Firma Rittal, die Mittelstandspartner der Veranstaltung ist. In der Ausstellungsfläche gibt es eine eigene Bühne, auf der quasi die fünfte Vortragsreihe laufen wird. Hier wird thematisch stärker auf die Ausstellung hingeführt.

Die so genannten Big Names der Branche halten sich aber zurück.

Das hat mit der historischen Ausrichtung von Future Thinking zu tun. Es geht hier nicht um Server und Storage, die auf jeder IT-Messe gezeigt werden. Bei uns stehen die sekundären IT-Anlagen im Vordergrund, das Zusammenspiel diverser Komponenten wie Stromversorgung, Kälte- und Klimatechnik und Sicherheitssysteme mit den IT-Komponenten.

Wie kommt es zu dieser Ausrichtung?

Am Anfang stand die Idee, die Energie-Effizienz von Rechenzentren zu steigern. Aufgrund des schnell wachsenden IT-Marktes war nie auf Energie-Effizienz geachtet worden.

Inzwischen ist das anders. Man kann 30 bis 50 Prozent des Energieverbrauchs von Rechenzentren senken. Daraus hat sich das allgemeine Hauptthema von Future Thinking entwickelt: Effizienzsteigerung im Rechenzentrum.

Wie ist das Thema beim Publikum angekommen?

Wir haben immer ein stetiges Wachstum an Teilnehmern gehabt. Letztes Jahr waren es einschließlich der Verleihung des Deutschen Rechenzentrumspreis mehr als 450, in diesem Jahr hoffen wir auf mehr als 500.

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Trotz der zeitlichen Nähe zur CeBIT? Trotz massenhaft Informationen im Internet?

Die CeBIT hat halt nicht den klaren Fokus wie Future Thinking. Ideale zeitliche Alternativen gibt es eigentlich nicht; irgendeine größere Veranstaltung ist immer. Und nur durch Googlen zu Entscheidungen zu kommen, ist etwas wenig. Auf unserer Veransatltung werden die Informationen gegeben, die man konkret braucht. Man kann viel aus dem Internet ziehen, das persönliche Hinterfragen und Vergleichen sind die Vorteile eines Kongresses mit Ausstellung.

Das auch auf der Future Thinking adressierte Cloud Computing sollte das eigene Rechenzentrum ja eigentlich ein Stück weit obsolet machen. Versiegt der Bedarf an solchen Informationen über Rechenzentren?

Das Rechenzentrum ist ein unverändert wachsender Markt mit sehr großem Potenzial. Kosten und Effizienz stehen zunehmend im Zentrum. Auf der Kongressmesse geht es darum, neue Themen aufzugreifen und darüber zu reden, wie die Zukunft der Rechenzentren ausschauen könnte. Es geht darum, neue Ideen für die RZ-Praxis von morgen zusammenzutragen. Deshalb der Titel: Future Thinking.

Ein wichtiger Bestandteil des Event ist die Verleihung des Deutschen Rechenzentrumspreis. Findet sich bereits mehr Mittelstand in den Bewerbungen?

Der Preis ist wichtig. In der Branche hat er hohes Ansehen. Einige Firmen haben für seine Präsentation extra eine Vitrine gebaut.

Wir haben ein stetiges Wachstum an Einreichungen verzeichnet. Vor zwei Wochen wurde die Bewerbungsphase abgeschlossen und wir konnten wir genau 58 Einreichungen verbuchen. Wenn berücksichtigt, dass das von uns adressierte Segment seine Grenzen hat, ist es wieder mal ein sehr beachtliches Teilnehmerfeld.

Wir hatten schon einige Gewinner aus dem Mittelstand, die sehr effiziente Lösungen realisiert haben. Tatsächlich scheint der Mittelstand eher bereit zu sein, innovativere Wege zu gehen, als Großunternehmen. Wenn ein Mittelständler sich für eine Idee begeistert, ist er schneller bereit, diese auch umzusetzen.

* Das Interview führte Ludger Schmitz, freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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