Kommentar von Achim Heisler, a-h-s Systemhaus

Das Zusammenleben mit Alexa

| Autor / Redakteur: Achim Heisler / Sylvia Lösel

Im Smart Home läuft noch nicht alles so flüssig, findet unser Kommentator Achim Heisler.
Im Smart Home läuft noch nicht alles so flüssig, findet unser Kommentator Achim Heisler. (Bild: ©bbgreg - Fotolia.com)

Immer mehr Wohnungen und Häuser sind mit Smart-Home-Elementen ausgestattet. Unser Kommentator, Achim Heisler vom a-h-s Systemhaus, lebt seit kurzem mit Alexa, Amazons sprachgesteuertem Smart-Home-System zusammen. Nicht immer ist die Beziehung harmonisch.

Ein typischer Tag in meinem Smart Home: Sobald ich morgens meine Füße aus dem Bett strecke, wird je nach Uhrzeit die Schlummerbeleuchtung oder das grelle Wecklicht aktiviert. Im Bad fängt das Sonos-System an, meinen Lieblingssender zu spielen. Verlasse ich das Bad werden Licht und Radio automatisch ausgeschaltet. Im Esszimmer wecke ich dann Alexa sanft aus ihrem Schlaf. Das Kommando „Alexa, spiele Musik, SWR3“ bringt meinen Amazon Echo dazu, den Sender ertönen zu lassen. Alexa regelt über das Honeywell-System auch die Heizung. Die Lichtsteuerung erfolgt ebenfalls auf Zuruf über den Hue-Skill des Philips-Beleuchtungssystems.

Nach einem harten Arbeitstag ist Entspannung angesagt. Mit der Ansage „Alexa, trigger Harmony Fernseher an“ schalte ich den Technisat-Receiver, den HDMI-Switch und den Fernseher ein. Ein kurzes „Alexa, stelle Timer auf 20 Minuten“ verhindert, das sich die Pommes im Backofen mal wieder erst über den Rauchmelder bemerkbar machen. Dies alles lässt sich über verschiedene Apps natürlich auch über das iPad steuern. Am Ende wird mit dem Sprachbefehl „Alexa, trigger Harmony aus“ das ganze System heruntergefahren.

Zoff im Zuhause

Bis hierhin liest sich mein Bericht sicher wie eine Werbebroschüre für die eingesetzten Systeme. Aber ich habe bislang auch nur von den schönen Seiten des Zusammenlebens berichtet. Doch es gibt auch Kröten zu schlucken. Eine ganz große Kröte ist die Dummheit von Alexa – denn von Intelligenz kann bei diesem KI-System noch lange nicht die Rede sein.

Beginnen wir bei der Steuerung des Radios im Bad. Diese ist gut, wenn sich dort nur eine Person aufhält. Bei zwei Personen ist sie leider überfordert. Weitere Probleme ergeben sich bei komplexeren Steuerungen, die über den Web-Dienst IFTTT laufen. Da dort im Moment nur eine Bedingungskette verarbeitet werden kann, muss man filtern oder mit Fehlfunktionen leben. Die Harmony-Steuerung über das Add-on für Siri und Alexa segnet momentan nach kurzer Zeit das Zeitliche. Während das wohl dem letzten Update geschuldet ist, setzt Alexa dem Ganzen die Krone auf. Schon einfache „Google“-Fragen kann sie nicht beantworten (bitte jetzt nicht das selbstentwickelte Google-Skill anführen, denn der normale Anwender setzt diesen nicht ein). Auch sonst muss man komplexe Satzstrukturen auswendig lernen, die weit entfernt sind von normalem Sprachgebrauch. Und obwohl ich fertige Skills für Beleuchtung und Heizung nutze, kann die Amazon-Assistentin diese nur selten intuitiv ausführen. Alle Tricks aus den Foren in Bezug auf Gruppierung und Namensgebung helfen nicht wirklich. Auch kann Alexa keinen räumlichen Kontext herstellen, sonst wäre dem Gerät auch ohne die Nennung des Raumnamens klar, wo die Aktion auszuführen ist. Und dies, obwohl die eigentliche Spracherkennung sehr gut funktioniert. Im Gegensatz zu früheren Systemen, die angelernt werden mussten, klappt die Erkennung auf Anhieb. Jedenfalls wenn das Aktivierungswort „Alexa“ ist. Beim Versuch ein neues Aktivierungswort einzustellen, brach die Erfolgsquote ein.

Adieu Alexa?

Im Moment ist das Alexa-Erlebnis für den User nicht zufriedenstellend. Und so könnte der Anwender Alexa schnell in die Wüste schicken, wenn seine Ansprüche über die Wettervorhersage und die Fußballergebnisse hinausgehen. Denkt man dann noch an Themen wie Sicherheit, (Standby-)Energieverbrauch und Nachhaltigkeit, beerdigt jeder rational denkende Mensch das Thema Smart Home in der jetzigen Ausbaustufe sofort. Aber das Nerd-Teufelchen auf der linken Schulter ist schon ein mächtiger Einflüsterer.

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