Zukunftsvisionen

Das Smartphone aus der Margarinefabrik

| Autor / Redakteur: Thomas Kuther / Sylvia Lösel

Drahtloses Privattelefon und Fernseher: Jeder hat nun sein eigenes Sende- und Empfangsgerät und kann sich auf einer bestimmten Welle mit Bekannten und Verwandten unterhalten. Aber auch die Fernsehtechnik hat sich so vervollkommnet, daß man dem Freunde gleichzeitig ins Angesicht schauen kann. Sende- und Empfangsgerät sind nicht mehr an den Ort gebunden, sondern werden in einem Kasten von der Größe eines Photoapparats immer mitgeführt.
Drahtloses Privattelefon und Fernseher: Jeder hat nun sein eigenes Sende- und Empfangsgerät und kann sich auf einer bestimmten Welle mit Bekannten und Verwandten unterhalten. Aber auch die Fernsehtechnik hat sich so vervollkommnet, daß man dem Freunde gleichzeitig ins Angesicht schauen kann. Sende- und Empfangsgerät sind nicht mehr an den Ort gebunden, sondern werden in einem Kasten von der Größe eines Photoapparats immer mitgeführt. (Bild: Wagner Margarine)

Das Smartphone wurde 1930 vom Margarinehersteller Wagner erfunden. Das glauben Sie nicht? Dann sollten Sie unbedingt weiterlesen!

Ein Blick in die Zukunft war schon immer reizvoll – aber noch interessanter ist ein Rückblick auf die Zukunftsvisionen von gestern und die Frage, welche davon eingetreten sind.

Betrachten wir zum Beispiel die Sammelbilder „Zukunftsfantasien“ des Margarineherstellers Wagner aus Elmshorn, die um 1930 zur Verkaufsförderung erschienen sind. Die knallig bunten Bilder zeigen die Zukunft, die damals noch recht rosig gesehen wurde. Von der Einschienenbahn über Raketenflugzeuge, bis hin zum Smartphone reichen die Beispiele.

Drahtloses Privattelefon und Fernseher

Besonders faszinierend ist das Sammelbild „drahtloses Privattelefon und Fernseher“, das zwei Damen beim Kaffeetrinken mit einem Gerät zeigt, das ein Vorläufer heutiger Smartphones sein könnte. Auch das typische Verhalten der Handy-Nutzer sah unbekannte Künstler schon voraus: Anstatt sich miteinander zu unterhalten starren die beiden Damen gebannt auf ihr Display.

Auch einen Düsenjet zeigen die Sammelbilder. Die Rede ist zwar von einem Raketenantrieb, aber das Prinzip des Antriebs durch den Rückstoß der ausströmenden Gase ist gleich.

Reichweite 8000 km: das Auto mit Atom im Tank

Vielversprechend sah man 1930 die Kernspaltung: Neben Autos sollten auch Privatflugzeuge und Ozeanriesen von Atomreaktoren angetrieben werden. Immerhin: Schiffe wie die Otto Hahn und Atom-U-Boote waren und sind Realität geworden. Aber auch Probeflüge mit Flugzeugen mit Kernreaktor an Bord wurden 1961 von der damaligen Sowjetunion unternommen und in dem US-Projekt Pluto wurde zwischen 1956 und 1964 ein nukleargetriebener Marschflugkörper entwickelt.

Auch ein Atomantrieb fürs Auto wurde ernsthaft in Erwägung gezogen: Ford präsentierte 1958 das Konzeptfahrzeug Nucleon mit Kernreaktor, das mit einer „Tankfüllung“ spaltbaren Materials bis zu 8000 km zurücklegen sollte.

Weitere Beispiele wie die Einschienenbahn, den Weltraumhafen oder künstliche Inseln im Ozean finden Sie in unserer Bildergalerie.

Diese und zahlreiche weitere Beispiele für Zukunftsvisionen von gestern finden Sie auf der Website „Retro-Futurismus“.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis erschienen.

Thomas Kuther
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