IDC, Ovum und Fost & Sullivan melden sich zu Wort

Das sagen die Analysten zur Übernahme von Nokia durch Microsoft

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sarah Maier / Sarah Maier

Frost & Sullivan sieht die Übernahme von Nokia durch Microsoft als einen Schritt im einem Ökosystem-Krieg.
Frost & Sullivan sieht die Übernahme von Nokia durch Microsoft als einen Schritt im einem Ökosystem-Krieg. (Bild: Microsoft / Nokia)

Mitten in einem Ökosystem-Krieg akquiriert Microsoft die Smartphone-Sparte von Nokia. Welche Konsequenzen das möglicherweise haben wird, erläutern die Analysten von IDC, Ovum und Frost & Sullivan.

Gerade verkündete Branchengigant Microsoft den Kauf des Nokia-Kerngeschäfts, schon melden sich die Analysten zu Wort. Im Wesentlichen sind sich die Marktforscher einig, dass dieser Schritt beiden Unternehmen in einem hartumkämpften Markt zu Gute kommt.

„Bei diesem Geschäft geht es nicht um die Produkte als solche, vielmehr um die Windows Phone-Plattform. Um überhaupt eine Rolle in dieser Branche zu spielen, muss Microsoft ein starkes Ökosystem entwickeln – und bei einem Marktanteil von vier Prozent ist der Weg also noch weit“, kommentiert Adrian Drozd, ICT Research Director bei Frost & Sullivan „Die Aneignung von Nokia ermöglicht Microsoft seine Anstrengungen beim Windows Phone zu verdoppeln und die Lumia- zu nutzen, um wirklich innovativ mit der Plattform zu sein.“

Bei IDC sieht man das ähnlich, dabei äußert sich Francisco Jeronimo, Research Director bei IDC, auch über die Strategie des finnischen Handy-Herstellers: „Nokia hat erkannt, dass das Unternehmen nicht die finanziellen Ressourcen hat, um eine Alternative zu den Smartphones von Apple und Samsung zu bieten. Statt abzuwarten ob sich das Blatt wenden wird und dabei eine Pleite zu riskieren, hat man sich für den einzigen Konzern entschieden, der wild drauf ist, in Windows Phones zu investieren.“

Doch auch für Microsoft sei es kein einfacher Weg gegen Apple und Samsung im Smartphone-Markt anzutreten. Allerdings, so findet Tony Cripps, Analyst bei Ovum, haben die Redmonder einen strategischen Pluspunkt: „Microsoft besetzt bereits eine Schlüsselposition im -Markt, beispielswise mit der X-Box im Gaming-Sektor oder mit Skype im -Bereich. Zudem ist im Windows Phone bereits Office 365 integriert.“

Indem der Software-Konzern einen Geräte-Produzenten übernommen hat, kann er alles aus einer Hand anbieten.

„Microsoft kann nunmehr die volle User-Experience kontrollieren, was zur Vermeidung einer OS- beitragen wird – wie es mit Android der Fall war, und macht es sich damit leichter, Entwickler für die Plattform zu interessieren“, glaubt Drozd. „Zudem ist Microsoft nun viel besser positioniert, einige seiner Geschäftskunden wiederzugewinnen, welche das Unternehmen aufgrund von BYOD und Konsumerisierung verloren hat. Der Gigant kann dem Kunden nun ein komplettes Portfolio an Hardware, Software und Dienstleistungen anbieten.“

Gleichzeitig wirft der Analyst von Frost & Sullivan die Frage auf, was der Konzern mit seiner Windows-Phone-Plattform plant, nun da es einen Ersthersteller aus der Branche erworben hat.

„Microsofts lange Geschichte mit Partnerunternehmen lässt darauf schliessen, dass die Redmonder nicht der Strategie von Apple folgen und das Betriebssystem nur von Nokia-Geräten nutzen lassen wird“, ist sich Drozd sicher. „Um Marktanteile zu gewinnen, müssen Samsung und HTC an Bord bleiben, und eventuelle Bedenken aufgrund der Akquisition müssen aus dem Weg geräumt werden. Microsoft kann Nokia dafür einsetzen, eine echte Innovation auf der Plattform voranzutreiben, so wie es Google mit Motorola macht. Um jedoch erfolgreich zu sein, muss der Hersteller seine guten Beziehungen mit seinen Partnern weiterhin pflegen.“ □

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