Mehrsterne-Hotel für Server

Das Colocation-Modell und der IT-Channel

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Die Colocation-Räumlichkeiten haben Raumschiff-Flair.
Die Colocation-Räumlichkeiten haben Raumschiff-Flair. (Bild: Interxion)

Das Colocation-Modell gewinnt im Cloud-Zeitalter an Bedeutung. Holger Nicolay ist beim Anbieter Interxion Business Development Manager und gewährt Einblicke in das Geschäft.

Unter dem Schlagwort „digitale Transformation“ werden bestehende Geschäftsmodelle quasi umgewälzt, und die Ver­änderungsprozesse scheinen sich zu beschleunigen. Viele Unternehmen sehen sich vor diesem Hintergrund gezwungen, herausfordernde Entscheidungen zu treffen, so Holger Nicolay, der beim Colocation-Anbieter Interxion für die Zusammenarbeit mit IT-Systemhäusern zuständig ist. „Auf Deutschland ­bezogen heißt das konkret: Es führt kein Weg mehr an der Cloud vorbei.“

Bis 2020 wird sich die Zahl der Unternehmen, die hybride Cloud-Konzepte einsetzen, verdreifachen, will das Unternehmen in der Studie „Infrastrukturtrends 2016 in Deutschland“ herausgefunden haben, die Research Action im Auftrag durchgeführt hat (siehe Linkhinweis). Von diesem Trend will der Colocation-Anbieter Interxion profitieren, der immerhin 42 Rechenzentren in 13 europäischen Städten, verteilt auf elf Länder, betreibt.

Die Wertschöpfung im Channel ändert sich

Glasfaserleiter sorgen für die nötige Bandbreite.
Glasfaserleiter sorgen für die nötige Bandbreite. (Bild: Interxion)

Rechenzentrumsbetreiber können Systemhäuser bei der digitalen Transfor­mation vom „klassischen“ Hardware- und Lizenzverkauf hin zum Service Provider unterstützen, führt Nicolay aus. Colocation-Anbieter liefern dabei die nötigen Basis-Rechenzentrumsdienstleistungen wie Strom- und Notstrom-Versorgung, Klimatisierung, Verkabelung, Systeme zur Früherkennung von Bränden und Wassereintritt sowie Sicherheitskontrollsysteme. Darüber hinaus nehmen sie Dienstleistungen rund um Zertifizierungen und Auditierungen wahr, sorgen also für einen möglichst reibungslosen Betrieb und Sicherheit. Arbeiten Systemhäuser mit Colocation-Anbietern zusammen, können sie Services wie Beratung, Implementierung und Monitoring im Betrieb erbringen und das als Kerngeschäft betreiben. Sie „beweisen damit, dass die Cloud und ein nachhaltiges Angebot eigener Wertschöpfungen sich keinesfalls ausschließen“, so der Business Development Manager.

Zusammenarbeit mit Colocation-Dienstleistern

Eigene Generatoren helfen dabei, unabhängiger in Sachen Energie zu sein.
Eigene Generatoren helfen dabei, unabhängiger in Sachen Energie zu sein. (Bild: Interxion)

Ergänzendes zum Thema
 
Was ist eigentlich ­„Colocation“?

Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten der Zusammenarbeit: „Wo Systemhäuser nur beratend tätig sind und ihre Endkunden die Vertragsbeziehung selbst halten wollen, bieten sich gemeinsame vertriebliche Aktivitäten und Provisionierung ähnlich einem Empfehlungsprogramm an. Alternativ können Systemhäuser beim Aufbau und Betrieb eigener Plattformen für ihre Kunden von der herausragenden ­Basisinfrastruktur Interxions profitieren.“

So hätten Solvinity, Microsoft, NetApp und Interxion in Amsterdam aufgezeigt, wie eine solche Partnerschaft funktionieren kann: Interxion stellt die Colocation sowie die schnelle und sichere Anbindung in die Public Cloud über die Cloud-Connect-Plattform bereit. NetApps Private-­Storage-Lösungen innerhalb desselben Rechenzentrums ­ermöglichen die lokale und private Datenhaltung bei Nutzung von Cloud-Rechenleistungen.

Innerhalb der Colocation erbringt das Hosting-Unternehmen Solvinity aus all diesen Vorleistungen eigene Komplettangebote, die sich in Service Level Agreements vom marktüblichen Standard abheben.

Beispiel aus dem indirekten Vertrieb

Darüber hinaus erbringt Solvinity nach wie vor eigene Services. Das Unternehmen bietet Consulting, implementiert die Systeme und überwacht den Betrieb. Colocation dient dabei als Vehikel, die Cloud und einhergehend begleitende Services des IT-Dienstleisters zusammenzubrigen.

Diese Vorleistungen der Colocation-Anbieter in Form von „Sterne-Hotels für Server“ erleichtern also, wenn man so will, Systemhäusern, den Einstieg in das Geschäft mit ­Public Cloud Services.

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