Augenwischerei und Verblendung in der Cloud – ein Kommentar von Achim Heisler

Cloud – die Nebelkerzen der Hersteller

11.11.2010 | Autor / Redakteur: Achim Heisler, Geschäftsführer von A-H-S / Regina Böckle

Achim Heisler ist Geschäftsführer des Systemhauses A-H-S.
Achim Heisler ist Geschäftsführer des Systemhauses A-H-S.

Die Cloud-Anbieter werden den IT-Markt in naher Zukunft ebenso bestimmen, wie die wenigen Energie-Konzerne die Strom-Branche, prognostiziert AHS-Geschäftsführer Achim Heisler. Für den Handel bleibt da kaum Platz. Während diese Konzerne dem Kunden Wahlfreiheit und Vielfalt vorgaukeln, herrscht das Kartell der Monopolisten.

„Cloud, Cloud, Cloud“ Ich kann es bald nicht mehr hören. Man hat den Eindruck, dass wieder ein neues Buzzword aus der Marketing-Mühle über alle Kommunikationskanäle auf uns eindrischt.

Wäre alles wie immer, könnte ich warten bis der Verbal-Hurrikan an mir vorüber gezogen ist. Aber in den letzten Monaten habe ich die operationale Entwicklung und die offenen (halboffenen) Strategien der Hersteller genau beobachtet. Es ist vieles noch im Anfangsstadium oder fehlerhaft, aber die grundsätzlichen Möglichkeiten oder Vorteile werden von allen Mitspielern im Markt anerkannt.

Und genau in dieser Einigkeit liegt die Gefahr der Cloud. Falls es einem später einmal nicht passt, werden keine Ausweich-Reaktionen möglich sein.

Die Cloud ist ja auch keine wirklich neue Idee. In der Historie haben wir uns in den Teilbereichen schon mit ASP und SOA beschäftigt. Diese Entwicklungen waren aber nicht ausgereift, wurden nicht von allen unterstützt und trafen auf unfertige Infrastrukturen.

In der makroökonomischen Struktur herrscht ein ideales Klima für die Cloud. Sie gedeiht besonders gut in gesättigten Volkswirtschaften. Denn dort ist der Drang zur Konsolidierung und Optimierung besonders groß, da auf normalem Wege kein nennenswerter Produktivitätsfortschritt oder Umsatzwachstum zu erzielen ist.

Folgen der Cloud am Beispiel Apple und Microsoft

Um die Folgen der Cloud besser abschätzen zu können, werde ich nun eine kleine Bestandsaufnahme ohne Bewertung durchführen. Die einzelnen Punkte werde ich dann versuchen in eine zukünftige Entwicklung zu projizieren und diese zu bewerten.

Apple eröffnet nun einen App-Store für iMacs und wird damit seine Strategie der Verbindung von Inhalt, Provider und Endpunkt fortsetzen. Die Vorgaben für Entwickler in diesem Store sind nochmals erheblich verschärft worden. Und als letztes Gedankenspiel möchte Apple die Simcard fest integrieren.

Microsoft betreibt seinen Shop nun auch bei Amazon. Und wer über BPOS hinaus bedient werden will, wird bald auf Office 365 als komplettes Online-Paket treffen. Dies ist eine Variante des Office-Pakets, bestehend aus den Standard-Office-Programmen (Word, Excel, Powerpoint, et cetera), SharePoint Online, Exchange Online und Lync Online. Die nächste Version des kleinen Small Business Server SBS (Aurora) wird Exchange nur noch als Cloud-Service kennen.

Adobe, Microsoft, Oracle versuchen ihre Business-Lizenzen als Mietmodelle durchzudrücken, die keinerlei Eigentumsrechte beinhalten. Alle zusammen und gegeneinander treten momentan eine Prozessflut zum Thema Software-Patente los.

Was es für Entwickler bedeutet, wenn sich triviale Software-Patente (zum Beispiel Patent auf Klick-Reihenfolgen oder Ein-Klick-Shopping) durchsetzen, kann sich jeder vorstellen. Man ist plötzlich gezwungen, einfache Workflows zu verkomplizieren oder Lizenzgebühren zu zahlen.

Riskante Entwicklung

Kann ich aus diesen Einzelereignissen zum jetzigen Zeitpunkt eine Gefahr für mein Geschäftsmodell ableiten?

Ja, denn wenn ich all die kleinen Punkte sammle, dann ist das Ergebnis für die Zukunft mehr als erschreckend. Wie lange die Entwicklung dauern wird, hängt sicherlich von verschiedenen Faktoren ab. Aber egal, ob es fünf oder zehn Jahre brauchen wird, ich muss mit der Entwicklung leben und mein Geschäftsmodell daran strategisch ausrichten.

Weshalb aus Sicht von Achim Heisler künftig Monopolisten das Sagen haben und diese Tatsache mit dem Schlagwort der Vielfalt verbrämen, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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