CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference

Cloud Computing wird erwachsen

| Redakteur: Michael Hase

Die CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2014 bot zahlreiche Vorträge von hochkarätigen Refenten wie Prof. Dr. Oliver Hinz von der TU Darmstadt.
Die CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2014 bot zahlreiche Vorträge von hochkarätigen Refenten wie Prof. Dr. Oliver Hinz von der TU Darmstadt. (Bild: VBM-Archiv)

Unternehmen setzen mehr und mehr auf die Cloud als Bereitstellungs- und Nutzungsmodell von IT. Das wurde auf der CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2014 deutlich. In der Praxis werden spezifische Eigenheiten des Cloud Computings wie die nutzungsabhängige Abrechnung oder die gemeinsame Nutzung von Ressourcen häufig nicht in Reinform umgesetzt.

Jeder zweite Euro, den Amazon mit Cloud-Services einnimmt, entfällt auf ungenutzte Instanzen, die Anwender nicht sofort herunterfahren, wenn sie sie nicht mehr benötigen. Auf diesen Zusammenhang wies Steve Janata, Senior Analyst bei Crisp Research, in seiner Keynote auf der CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference hin. Damit illustrierte der Experte die Notwendigkeit, Prozesse im Cloud Computing zu automatisieren – eine Notwendigkeit, der Anwender aus Effizienzgründen nachkommen müssen.

Die Veranstaltung der Vogel IT-Akademie gab einmal mehr einen umfassenden Überblick über die großen Trends ebenso wie über die Vielfalt der Angebote im Cloud- und Virtualisierungsmarkt. In diesem Jahr fand die Event-Reihe zum achten Mal statt. Hamburg, Neuss, Hanau und München waren die Stationen. Insgesamt kamen 800 Vertreter von Systemhäusern und IT-Entscheider aus Anwenderunternehmen zu den Terminen. Fast 30 Hersteller und Distributoren zeigten Produkte und Lösungen. Außerdem präsentierten sie ihr Know-how in Vorträgen, Workshops und Roundtables.

CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2014

Der große Bogen wurde in den vier Keynotes gespannt. „Hybride Clouds bestimmen die Unternehmensrealität“, lautete eine zentrale These von Crisp-Analyst Janata. Dabei werde das Cloud-Modell nicht immer in Reinform umgesetzt. Indizien dafür seien, so der Marktforscher, dass Salesforce.com inzwischen dedizierte Instanzen anbietet, Amazon seine Enterprise-Kunden über private Leitungen („Direct Connect“) anbindet, oder Microsoft den Azure-Stack über Partner als Managed Private Cloud bereitstellt. Janatas gute Nachricht für Dienstleister: Das Marktvolumen für Cloud-Consulting und -Integration wird in Deutschland von 2,0 Milliarden Euro (2014) bis 2018 auf 6,8 Milliarden Euro anwachsen.

Hochstandardisierte Dienste

Dass das reine Modell schon gar nicht bei Software-as-a-Service (SaaS) umgesetzt wird, legte Prof. Dr. Peter Buxmann von der TU Darmstadt in seiner Keynote dar. Obwohl Cloud eigentlich nutzungsabhängige Abrechnung bedeutet, herrschen bei SaaS nutzungsunabhängige Preismodelle vor. Häufig müssten Unternehmen per Nutzer und Monat für die Dienste zahlen, erläuterte der Hochschullehrer. Da es sich bei Cloud-Services um hochstandardisierte Angebote handle, böten sie einerseits „hohes Kosteneinsparpotenzial“. Andererseits sei aber, verglichen mit On-Premises-Software, „ihre Anpassbarkeit beschränkt“. Dennoch überwiegen nach Einschätzung Buxmanns offenbar die Vorteile: „Cloud Computing und Software-as-a-Service sind mehr als vorübergehende Trends.“

Wie die Megatrends Mobility und Cloud zusammenhängen, beleuchtete der Analyst Axel Oppermann. Demnach haben die „mobile Revolution“ und die „App-Economy“ das tägliche Arbeiten bereits nachhaltig verändert. „Doch wir sind erst am Anfang“, führte der Experte aus. Die Chancen mobiler Lösungen lägen nicht darin, alte oder etablierte Prozesse zu unterstützen; vielmehr gehe es darum, sie durch Anpassung oder Neukonzeption zu mobil-integrierten Prozessen umzugestalten. Dabei werde die Hardware zu einem Image-beladenen, „dummen“ Stück Materie. Die Intelligenz komme aus der Cloud. „Mobile ist Treiber der Cloud; die Cloud ist Ermöglicher mobiler und agiler Unternehmen“, resümierte Oppermann.

Erfahrungen aus der Praxis

Ein von der Standardpräsentation abweichendes Format wählte Manfred Kessler, Geschäftsführer des Service Providers Global Access, für seine Keynote. Er interviewte unter anderem Dr. Martin Lange von CloudEO auf der Bühne. Der Manager hat in dem Unternehmen den Aufbau einer Hybrid-Cloud-Plattform begleitet. CloudEO betreibt ein Portal für gewerbliche Anwender, die Geodaten erzeugen, die sie für Applikationen nutzen oder die sie auswerten. In dem Praxisgespräch zwischen Kessler und Lange ging es um die konkreten Erfahrungen, die das Unternehmen in dem Cloud-Projekt gesammelt hat.

Zwischen den Vorträgen, Workshops und Roundtables hatten die Teilnehmer immer wieder Gelegenheit, sich bei den beteiligten Partnerunternehmen über aktuelle Lösungen und neue Technologien zu informieren. Besonders gut kam bei den Teilnehmern die Guided Tour an, bei der Aussteller rund 30 Sekunden Zeit hatten, Interesse an ihren Lösungen zu wecken. Gern genutzt wurde auch das Matchmaking-Tool, über das sich Besucher direkt mit Cloud- und Virtualisierungsexperten auf der Veranstaltung verabreden konnten. Das System kam auf der diesjährigen Konferenz erstmals zum Einsatz.

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