Datendiebstahl

Bibel-Apps bergen nicht nur Gottes Wort

| Autor: Marisa-Solvejg Metzger

Bibel-Apps sollte man nicht immer Glauben schenken.
Bibel-Apps sollte man nicht immer Glauben schenken. (Bild: dima_pics_Fotolia.com)

Experten von Proofpoint haben 38.000 mobile Apps untersucht, die in iOS- und Android-App-Stores verfügbar sind. Das wichtigste Ergebnis: Auch unscheinbare Anwendungen, wie Taschenlampen- oder Bibel-Apps klauen Daten, greifen auf unseren Standort zu oder tätigen unerlaubte Anrufe.

Der Security-Anbieter Proofpoint hat Glücksspiel, Taschenlampen- und Heilige-Schrift-Apps analysiert, welche sowohl über iOS- oder Android-Stores heruntergeladen werden können. Insgesamt nahmen die Experten 38.000 Apps unter die Lupe.

Glücksspiel

Der Sicherheitsanbieter untersuchte 23.000 Glücksspielapps mit insgesamt 5,6 Milliarden Downloads. Davon enthielten 52 Apps bekannte, bösartige Codes. Weitere 3.200 wiesen ein riskantes Verhalten auf. 379 Anwendungen wurden sogar als sehr gefährlich klassifiziert.

Zusammengerechnet sendeten die Apps Benutzerdaten an mehr als 1.800 Server in 41 Ländern.

Taschenlampe

Dass Glücksspiel-Apps mit Daten spielen, verwundert vielleicht nicht so sehr. Doch auch unscheinbare Apps klauen Daten. Proofpoint teste 5.600 Taschenlampen-Anwendungen. Davon waren 26 mit bekannten Schadcodes verseucht und 36 wurden als sehr gefährlich eingestuft. Insgesamt gaben die Apps Daten an 678 Server in 28 Ländern weiter.

Heilige Schrift

Doch auch Bibel-Apps enthielten laut den Experten einen vergleichsweise hohen Anteil an schadhaftem Code. Insgesamt nahmen die Experten 5.600 Bibel-Apps unter die Lupe. Davon stuften sie mehr als 140 als sehr gefährlich im Verhalten ein. 208 Apps waren mit bekannten, schädlichen Programmbestandteilen versehen. Manche der Anwendungen sendete Benutzerdaten an über 50 Server. Insgesamt wurden beim Test Daten an mehr als 2.500 Server in 42 Länder weitergeleitet.

Dieses Verhalten beschränkt sich nicht auf die Apps, die seltener heruntergeladen werden. So hat laut Proofpoint eine der am häufigsten gedownloadeten Bibel-Apps Daten an 16 Server in drei verschiedenen Ländern gesendet. Sie hat zudem SMS-Nachrichten der Benutzer, das Adressbuch und deren Geräte- und Telefondaten gelesen. Weiter versuchte die Anwendung, mit anderen Apps zu interagieren, wenn das Gerät gerootet wurde. Auch könne die App Telefonanrufe vornehmen.

Die Experten analysierten außerdem 4.500 Koran-Apps. 16 der gescannten Koran-Apps enthielten schädliche Codes und weitere 38 wurden als sehr gefährlich klassifiziert. Einige davon sendeten Daten an 35 Server.

Eine der zehn meistgeladenen Koran-Apps ist laut Proofpoint klare Riskware: Sie installiert sich selbst als Boot-App und verschickt Nutzer-Informationen an 31 verschiedene Server, liest SMS-Nachrichten, sendet Nachrichten vom Benutzer und kann seinen GPS-Standort erfassen.

Insgesamt kommunizierten die Koran-Anwendungen mit 1440 Servern in 36 Ländern.

Im Gegensatz dazu haben wenige Tora-Apps gefährliches Verhalten aufgewiesen.

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43802622 / Aktuelles & Hintergründe)