Die Tücken des neuen Betriebssystems aus Reseller-Sicht

Apples „Lion“: Ein zahnloser Löwe

| Redakteur: Regina Böckle

Achim Heisler ist Geschäftsführer des Systemhauses A-H-S.
Achim Heisler ist Geschäftsführer des Systemhauses A-H-S.

Beim Update auf Apples „Lion“ beißen sich Kunden immer wieder die Zähne aus. Auch Achim Heisler, Geschäftsführer des Systemhause A-H-S, hat in den sauren Apfel gebissen, Tücken und Fallstricke ausgelotet.

Wer regelmäßig meine Artikel liest, weiß, dass ich mich nur selten zu einzelnen Produkten äußere. Meist sind es Kombinationen von Produkten oder Prozessen, die uns oder unseren Kunden Probleme bereiten. Bei Apples Update auf „Lion“ kommt es allerdings zu einer interessanten Konstellation: Hier nimmt eine Produkt- und User-Interface-Neuausrichtung sehr wohl Einfluss auf andere Produkte und Prozesse.

Die folgenden Abschnitte sind immer unter der Prämisse zu betrachten, dass unsere Kunden keine Apple-Monokulturen besitzen. Die Geräte diffundieren in die Unternehmen hinein, und unsere Aufgabe ist es für eine möglichst reibungslose Integration in die bestehende IT zu sorgen.

Anfangs lief alles gut...

Da ich durch verschiedene Foren bereits vorgewarnt war, ersparte ich mir die Enttäuschung und Arbeit nach einem direkten Update von Apples Lion auf die produktive Partition. Ich erstellte einen Klon des Snow-Leopard-Systems auf eine externe Platte, von der ich nun auch booten konnte. Nun erstellte ich noch einen USB-Stick mit Lion-Image und konnte gefahrlos das Upgrade beginnen.

Wer aus dem Windows-Lager kommt, findet es immer wieder erstaunlich, wie einfach man eine Systemkopie erstellen kann. Das Upgrade selbst verlief ohne Probleme und nach kurzer Zeit konnte ich den Löwen starten.

Profi-Ansprüche werden der Massentauglichkeit geopfert

Meine Freude währte nur bis zum Anmeldebildschirm, der einen Fehler für den Netzwerk-Account meldete. Ich konnte mich allerdings anmelden und die neue Oberfläche bewundern. Wer wie ich an iPhone und iPad gewöhnt ist, findet sich in der neuen Systematik schnell zurecht.

Allerdings begeht Apple hier denselben Fehler wie Microsoft bei Office 2007/2010: Konsumernutzen und Verhalten werden in den Vordergrund gerückt. Der Profi wird hier auf dem Altar der Massentauglichkeit geopfert. So wundert es nicht, dass sich viele Profinutzer über Workflow-Verschlechterungen beschweren (zum Beispiel Finder, iCal, Kontakt-Mamagement). Weiterhin sind diese negativen Einflüsse auch bei Mediaprogrammen (die natürliche Stärke und Quelle des Mac) zu spüren. Hier gibt es zahlreiche Meldungen über Fehlverhalten und Empfehlungen der Hersteller, auf das Upgrade momentan zu verzichten.

Ich selbst konnte mit meinen Anwendungen kaum Probleme feststellen. Nur Trend Micros Safesync startet nicht mehr. Dies liegt am 32-Bit-MacFuse-Modul, welches unter der 64-Bit-Umgebung nicht mehr funktioniert. Nachdem Spotlight dann auch alle Dateien indiziert hatte, war auch die Performance meines Mac Book Air ok.

Zu dem häufig genannten Problem der stark gesunkenen Akkulaufzeit, kann ich noch kein Ergebnis liefern, da ich Lion von der externen Platte aus betreibe und diese naturgemäß den Akku schnell leer saugt. Spezielle Prozesse, die dauerhaft die Prozessorkerne auslasten und den Lüfter in den Dauerbetrieb zwingen, kann ich nicht bestätigen.

Wo die Kernprobleme liegen, erläutert Achim Heisler auf der folgenden Seite.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 28840820 / Aktuelles & Hintergründe)